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Änderungen des Bußgeldkatlogs: Punktereform zum 1. Mai 2014

29. April 2014 – 11:29

Die Verkehrsminister des Bundes und der Länder haben sich auf eine erneute Punktereform verständigt, die ab dem 1. Mai 2014 in Kraft tritt. Experten sind sich uneinig darüber, ob die Punktereform geeignet ist, die Verkehrssicherheit in Deutschland zu verbessern.

Höhere Bußgelder und weniger Punkte prägen die Punktereform

Auf den ersten Blick wirkt die Punktereform als Vereinfachung. Denn es gibt beim neuen Punktesystem weniger Punkte für Verkehrsverstöße als bisher. Allerdings werden gleichzeitig die Grenzen für Sanktionen nach Erreichung gewisser Punktzahlen verringert. Störend wird auch für viele punktesammelnde Autofahrer sein, dass für einzelne Verstöße gegen Verkehrsvorschriften höhere Geldbußen wirksam werden. So wird die Benutzung des Handys am Steuer mit 60 Euro bestraft, was eine Steigerung von 50 Prozent bedeutet.

Punktetacho

Experten rechnen mit schnellerem Führerscheinverlust

Experten wie die Bundesvereinigung der Fahrlehrer gehen davon aus, dass es zu mehr Führerscheinverlusten nach der Punktereform kommen wird. Bis zu tausend Fahrer könnte es zusätzlich pro Jahr treffen. Gegenwärtig werden nur etwa fünftausend Führerscheine von den Flensburger Punktewächtern pro Jahr eingefordert. Die Experten führen die mögliche Steigerung beim Führerscheinentzug auf die Änderung des Punktesystems zurück. Denn in Zukunft gibt es zwar nur noch maximal drei Punkte Strafe bei einem Verkehrsverstoß. Allerdings wird bereits bei acht Punkten der Führerschein angefordert; bisher lag diese Zahl bei achtzehn Punkten. Man kann sich daher schnell ausrechnen, dass nur drei gravierende Verstöße ausreichen, um den Führerschein abgeben zu müssen.

Verkehrspolitiker warnen vor Panikmache

Die deutschen Verkehrspolitiker können dieser schrillen Kritik nichts abgewinnen. Sie sehen nur Vorteile im neuen System der Punkte, denn es würde deutlich übersichtlicher gestaltet, als das beim bisherigen System möglich war. Wer umsichtig und zurückhaltend Auto fahre, der müsse sich keine Sorgen machen, dass er schnell seinen Führerschein verliere. Schließlich komme es vor allem durch deutliche Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit zu hohen Punktestrafen. Diese Strafen seien aber notwendig, um die Verkehrssicherheit in Deutschland zu verbessern. Außerdem würden die Punkte gelöscht, wenn über mehrere Jahre keine Verkehrsverstöße mehr registriert würden. Kritiker dieser Sichtweise machen aber darauf aufmerksam, dass die Zeiträume bis zur Löschung deutlich verlängert wurden.

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